Schmerz lass nach!

Wir mögen keinen Schmerz. Er ist unangenehm, lenkt uns ab und beeinträchtigt den Alltagsablauf. Dabei ist Schmerz eigentlich eine gute Sache. Er dient als Warnsignal des Körpers: Wenn uns etwas weh tut, ist das ein Zeichen dafür, dass etwas mit dem Körper nicht in Ordnung ist. Die Intensität des Schmerzes ist dabei in der Regel ausschlaggebend für die Art der Beschwerde. Ein gebrochenes Bein tut demnach mehr weh als eine Zerrung. Auf Dauer sind Schmerzen jedoch unangenehm und können die Lebensqualität massiv einschränken.

Wie entsteht Schmerz?

Schmerz ist eine natürliche Reaktion des Körpers auf äußere Reize, die thermisch (Hitze, Kälte), mechanisch (Verletzungen) oder chemisch (Säuren, Gifte) ausfallen können. Dieser Reiz muss vergleichsweise stark ausfallen, damit die Schmerzrezeptoren darauf ansprechen. Diese sitzen an den Nervenenden und leiten den Reiz über das Rückenmark zum Gehirn. Erst hier wird der Reiz verarbeitet und von uns als Schmerz wahrgenommen.

Warum ist Schmerz wichtig?

Auch wenn Schmerz noch so unangenehm ist, ist er überaus wichtig für die Gesundheit des Körpers. Auf Schmerz erfolgt in der Regel eine Reaktion. Der Schmerz bewegt uns dazu, die Hand von der heißen Herdplatte zu ziehen, bevor die Haut ernsthaften Schaden nimmt. Zerrungen, Verstauchungen bis hin zu Knochenbrüchen bewegen uns dazu, den Schaden behandeln zu lassen. Schmerz hat außerdem nachhaltig unsere gesellschaftliche Entwicklung beeinflusst: Wir ziehen uns dick an, wenn uns kalt ist, tragen Schuhe, damit wir uns die Füße nicht wund laufen und betten uns weich, um Rückenschmerzen zu vermeiden. Schmerz hilft uns dabei, es beim nächsten Mal besser zu machen und ist so auch immer ein Lehrmeister.

Was sind chronische Schmerzen?

Bei chronischem Schmerz verliert dieser seinen Wert als reines Warnsignal und wird vom Symptom zum Schmerzsyndrom mit eigenem Krankheitswert. Dauern Schmerzen länger als drei bis sechs Monate an, kann von einem chronischen Schmerzsyndrom ausgegangen werden. Patienten selbst sprechen hier oft vom “Schmerzgedächtnis”. Dieser Begriff soll dazu dienen, biochemische und physiologische Veränderungen an Rezeptoren in Rückenmark und Gehirn zu definieren, die für die permanenten Schmerzen verantwortlich sind. Hier gilt es zu beachten, dass etwaige Schmerztherapien nicht darauf abzielen, diese Veränderungen rückgängig zu machen und das “Schmerzgedächtnis” zu löschen, sondern vielmehr darum zu lernen, mit den Schmerzen umgehen zu können und keine Angst mehr davor zu haben.

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