Rückenschmerzen – Was tun?

Text: Prof. Dr. Klaus Baum

Rückenschmerzen stehen bei vielen Menschen an der Tagesordnung. Gerade in Berufen, die hauptsächlich im Sitzen ausgeführt werden müssen,  sind sie über kurz oder lang unvermeidbar. Aber auch Profisportler bleiben auf Dauer nicht verschont. Was sie dagegen tun können, erfahren Sie in diesem kurzen Leitfaden.

Wenn ich Rückenschmerzen habe, gehe ich am besten direkt zum Arzt, oder?

Das kann man so nicht sagen; nur im Falle von plötzlich auftretenden, muskulären Kraftverlusten oder einem Sensibilitätsverlust sollte direkt ein Orthopäde aufgesucht werden.

Was empfehlen Sie denn?

Man sollte Rückenschmerzen als etwas ansehen, was nahezu jeden im Laufe des Lebens mehrfach betrifft. Ich nenne Rückenschmerz salopp den „orthopädischen Schnupfen“. Und wie ein Schnupfen kommt und nach einer gewissen Zeit wieder abklingt, vergeht auch der Rückenschmerz. Psychische Entspannung und Mobilitätsübungen sind die besten Mittel gegen den Schmerz; ggf. kann auch ein Schmerzmittel eingesetzt werden.

Welche Rolle spielen bildgebende Verfahren bei der Behandlung von Rückenschmerzen?

Wenn eine Operation ansteht – z.B. bei größeren muskulären Ausfällen oder Sensibilitätsverlusten, sind bildgebende Verfahren natürlich unverzichtbar. Die meisten Fälle verlaufen aber wie gerade beschrieben glimpflicher. Und da helfen bildgebende Verfahren gar nicht. Der Blick des Arztes aufs Bild mit den Worten „das muss ja weh tun“ oder „Sie haben einen Bandscheibenvorfall“ erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Chronifizierung immens, bei der Therapiewahl hilft das Bild dagegen kaum bis gar nicht. In solchen Fällen kann man also sagen: Das Bild verbessert nicht, sondern verschlechtert die Situation des Betroffenen.

Warum spielt Entspannung dabei eine Rolle?

Wir wissen, dass bereits geringe Erhöhungen des Muskeltonus Schmerzen hervorrufen können. Und psychische Anspannungen erhöhen reflektorisch den Muskeltonus, v.a. im Bereich des Rückens. Eine psychische Entspannung bedingt demnach eine Schmerzreduktion.

Ihre Empfehlung ist also: Stress reduzieren und mobil sein? Gilt das auch, um Rückenschmerzen von vornherein zu vermeiden?

Was ich bereits angesprochen habe ist, dass vom Profisportler bis zum unsportlichen Büromenschen nahezu jedem irgendwann einmal der Rücken Schmerz. Man kann aber etwas dafür tun, dass solche Episoden möglichst selten vorkommen. Dazu habe ich zwei Tipps: Erstens: Betrachten Sie die Wirbelsäule als eine vielgliedrige, natürliche Bewegungskette. Sie möchte in diesem Sinne täglich beansprucht werden. Natürlich sollte das Aufheben schwere Lasten mit geradem Rücken erfolgen, aber machen Sie ruhig den „Buckel krumm“, wenn Sie etwas Leichtes aufheben und rotieren Sie auch um die Längsachse. Zweitens: Eine gut entwickelte Rumpfmuskulatur – vordere und seitliche Bauchmuskeln und die Rückenmuskulatur – schützen die Wirbelsäule vor Überlastungen. Das Training lässt sich leicht zu Hause mit elastischen Bändern durchführen.

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