„Mithilfe von Stabilitätsübungen kann ich Verletzungen vorbeugen“

Wie hat sich die Zusammenarbeit mit Physios im Laufe der Jahre entwickelt?

Auch die Physios werden immer wichtiger, der Fußball wird immer athletischer und anspruchsvoller. Der Körper muss immer mehr an seine Grenzen gehen und dadurch wird eine gute therapeutische Betreuung immer wichtiger. Die Physios sind heutzutage top ausgebildet, es gibt kaum noch die klassischen Masseure, welche "nur" massieren. Es wird vielmehr der ganze Körper betrachtet und bei Beschwerden genau geschaut, wo die Ursache liegen könnte. Dabei wird nicht nur die Körperstelle betrachtet an der es schmerzt, sondern vielmehr woher die Beschwerden genau kommen und wie man das Problem lösen kann.

Faszien sind in aller Munde, welche Rolle spielen diese bei ihrer Regeneration?

Die erste Massagerolle habe ich beim DFB in der U19 und U21 kennengelernt. Nach und nach wurde diese auch in die Bundesligavereine integriert. Auch beim PSV nutzen wir eine Massagerolle, weil die Spieler und die Verantwortlichen die Erfahrung gemacht haben, dass die Rolle wirklich helfen kann. Nach einer hohen Belastung kann man beim „ausrollen“ genau spüren wo es weh tut und welche Körperregionen besonders beansprucht wurden. Auf diesen Stellen rolle ich besonders lange aus um auf die nächsten Trainingseinheiten und Spiele wieder perfekt vorbereitet zu sein. 

Wie halten Sie sich in der spielfreien Zeit fit?

Auch das hat sich im Laufe der Jahre verändert. Früher habe ich vor allem viele Läufe nach einem Trainingsplan gemacht, der uns vorgegeben wurde. Am Anfang habe ich diese Läufe nur sehr selten durch Stabilisationsübungen ergänzt. In den letzten Jahren wurden die Stabilitätsübungen immer mehr intensiviert und dadurch hatte ich in der Vorbereitung immer weniger Probleme mit der erhöhten Belastung. Die Belastung durch Dauerläufe oder Intervallläufe sind einfach nicht zu vergleichen mit den kurzen Bewegungen beim fußballspezifischen Training. Das fußballspezifischen Training ist durch kurze Bewegungen geprägt, dabei können die Stabilitätsübungen mit einem Stabilitätstrainer im Voraus sehr hilfreich sein. Man geht viel besser vorbereitet in die Saisonvorbereitung und in dieser Zeit wird der Grundstein für die Saison gelegt. Man versucht in dieser Zeit top Leistungen abzurufen und keine Einheit zu verpassen, schließlich geht es um den ersten Eindruck den man beim Trainer hinterlässt und um die Stammplätze. Wenn man in der trainingsfreien Zeit gut arbeitet geht man gut in die Vorbereitung und startet dann auch besser in die Saison.

Sie haben vorher den Fitnessball erwähnt. Was zeichnet diesen in ihren Augen aus?

Der Fitnessball ist sehr vielseitig. Ich versuche stets mit meinen Übungen so viele Muskelgruppen wie möglich anzusprechen, weil man damit das Zusammenspiel der Muskelgruppen trainiert. Genau das braucht man dann später. Beispielsweise kann man mit einer Kurzhantel nur eine Muskelgruppe in den Armen trainieren, das ist nicht wirklich das was man für den Fußball braucht. Fitnessbälle eignen sich dabei für den ganzheitlichen Ansatz, um möglichst viele Muskelgruppe gleichzeitig anzusprechen.

Sie haben beim PSV Eindhoven noch einen Vertrag bis 2019, geht es danach mit 31 Jahren schon in die wohlverdiente Fußballerrente?

Ich fühle mich momentan richtig gut. Ich habe immer noch viel Spaß am Fußball und kann mir nur schwer vorstellen darauf zu verzichten. Ich habe selten Wehwehchen, sondern bin in einem sehr guten Zustand. Sollte es mir 2019 immer noch genauso gut gehen, versuche ich noch ein bisschen was dran zu hängen. 

 

Produkte