Knutschfleck mal anders: Schröpfen und Co. als Therapieform bei Olympia

Während Olympia 2016 wunderten sich viele über die roten, kreisrunden Flecken, die die Körper mancher Athleten zierten. Besonders der Rekordschwimmer Michael Phelps fiel durch die Male auf seinen Schultern auf. Verletzungen? Ausschlag? Körperverschönerung? Weit gefehlt. Die auffälligen Flecken sind Hinterlassenschaften einer neuartigen Therapieform, dem Schröpfen.

Doch so neu ist diese Therapieform dann auch wieder nicht. Vielmehr wurde sie wiederentdeckt. Das Schröpfen, auch Cupping genannt, stammt aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und wurde bereits im antiken Griechenland und im Mittelalter angewandt. Mit dem Mund und dem natürlich vorhandenen Saugreflex konnten beispielsweise Schlangenbisse ausgesaugt, Wunden gereinigt oder Splitter entfernt werden. Beim Schröpfen als Therapieform bedient man sich heutzutage vorzugsweise Saugglocken aus Glas oder auch Silikon. Diese werden zunächst auf die Haut aufgebracht. Durch das anschließende Absaugen der Luft bzw. Zusammendrücken der Saugglocke erzeugen sie einen Unterdruck auf der Haut, wodurch eine temporäre Rötung entsteht, ein Bluterguss, ähnlich wie der allseits bekannte Knutschfleck. Durch das Schröpfen wird die Durchblutung angeregt, was wiederum den Transport abgelagerter Stoffe begünstigen soll. Auch chronische Schmerzen sollen so gelindert werden können. Hintergrund dieser Lehre der TCM ist das sogenannte Qi, die Lebensenergie, die so wieder ins Gleichgewicht gebracht werden und eine gesunde Balance zwischen Geist und Körper wiederherstellen soll.

Die Methode ist jedoch unter Experten auch nicht unumstritten. Dem Schröpfen wird oft nur ein Placebo-Effekt nachgesagt. Ernsthafte Studien sind rar gesät und behandeln das Schröpfen zumeist als Teil einer Kombination aus verschiedenen Therapieformen, wie sie in der TCM üblicherweise angewandt werden. Nichtsdestotrotz erfreut sich das Schröpfen bei professionellen Athleten wie Phelps offenbar zunehmender Beliebtheit. 

Ähnlich wie das Schröpfen funktioniert die Vakuummassage oder Cupping. Dieses wird allerdings mit Saugglocken auf Silikon durchgeführt, wodurch das Vakuum durch einfaches Zusammendrücken der Glocke auf der Haut erzeugt werden kann. Der Saugeffekt ist so wesentlich geringer ausgeprägt, wodurch sich die Vakuummassage auch für den Hausgebrauch eignet. Bei Verwendung von geeignetem Massageöl kann die Silikonglocke außerdem über die Haut gezogen werden und erzeugt so einen sanften Massageeffekt auf oberflächliche Faszien-Strukturen unter der Haut. So soll die Haut, z.B. bei Cellulite, wieder gestrafft werden.

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